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Ideensammlung: Achtsames Spielen mit Kindern


Mama-Glück: Ideen Achtsames Spielen mit Kindern

In meinem letzten Beitrag *klick* habe ich Dir Tipps für weniger Stress als Mama gegeben.

 

Heute möchte ich Dir zeigen, wie Du auf einfache Art kleine Achtsamkeitsübungen auch in den Alltag mit Deinen Kindern einbauen kannst.

 


Auch Kinder haben Stress


Mama-Glück: Achtsamkeit ist wichtig für Kinder. Auch Kinder haben einen stressigen Alltag

Durch meine eigene langjährige Meditationspraxis liegt mir dieses Thema sehr am Herzen, denn nicht nur wir Erwachsene haben einen stressigen und lauten Alltag, von dem wir gerne nach Feierabend abschalten wollen.

 

 

 

Ich finde, dass gerade Kinder heute viel mehr Stress und Hektik ausgesetzt sind, als wir es in unserer Kindheit waren. Das Pensum, das Kinder im Kindergarten oder in der Ganztagsbetreuung in der Schule erfüllen, kommt mindestens dem eines Erwachsenen gleich. Und nach Kindergarten und Schule stehen dann noch diverse Hobbies, Hausaufgaben und Spiele-Dates an.

 

Achtsamkeit ist also nicht nur für uns Erwachsene wichtig, um uns nach einem stressigen Tag wieder zu erden und unseren Blick auf die wirklich wichtigen Dinge zu lenken. Auch Kinder erleben in Kindergarten und Schule viele anstrengende und stressige Situationen, sodass auch sie Zeit benötigen, um zur Ruhe zu kommen.

 

Generell bin ich der Meinung, dass Familienzeit nicht immer nur Action und möglichst viele „organisierte“ Unternehmungen in Freizeitparks usw. bedeuten muss. Wir gehen privat viel lieber spazieren, auf den Spielplatz, basteln oder lesen. Denn hier können alle nach dem Arbeits- bzw. Kindergartentag abschalten.


Achtsamkeit - mehr als nur Entspannung

Mit achtsamen Spielen sprichst Du alle Sinne Deiner Kinder an und förderst "nebenbei" mit Spaß ihre Konzentrationsfähigkeit.


Achtsamkeit mit Kindern - wie soll das gehen?

Kinder sind von Natur aus achtsam - lerne von ihnen!


Natürlich wirst Du gerade kleinere Kinder nicht dazu bringen sich still neben Dich auf ein Meditationskissen zu setzen, um den Atem zu beobachten. Hier gilt es sich die Achtsamkeit zu Nutze zu machen, die Kinder von Natur aus mitbringen.

 

Denn während wir Erwachsenen oft gedankenversunken durch die Welt tappen und blind sind für alles rechts und links neben uns, entdecken Kinder so vieles. Wie häufig bleiben sie beim Spaziergang plötzlich am Straßenrand stehen und sind so versunken in der Betrachtung eines Regenwurms oder Flugzeugs, dass sie gar nicht mitbekommen, wie Mama oder Papa nach ihnen rufen.

 

Wenn wir ehrlich sind, betrachten wir „Großen“ höchstens unsere Smartphones mit dieser Aufmerksamkeit. Da können wir einiges von unseren Kindern lernen. Und so sind auch die folgenden Achtsamkeits-Übungen für Kinder aufgebaut.

 

Betrachte die Welt mit den Augen, Ohren, … Deiner Kinder! Du wirst überrascht sein, was Du alles nicht mitbekommst :-)


1. Quality-Time: Achtsames Beisammensein


Achtsames Beisammensein ist das Grundgerüst von „Gemeinsam-Zeit“.

 

Bei uns gibt es die Regel: Beim Essen und Spielen mit den Kindern gibt es keine Smartphones und kein Fernsehen. Wir sind zusammen, essen gemeinsam und sprechen miteinander. Eigentlich… Denn auch wir sind nicht immun dagegen „mal eben schnell“ noch etwas zu erledigen.

Da wird dann meine Tochter schon mal mit „warte mal eben, ich bin gleich wieder bei dir“ abgespeist, während sie mir dringend etwas zeigen möchte. Oder sie bekommt einen für zweijährige Kinder typischen Trotzanfall, weil ich ihr Butterbrot „falsch“ durchgeschnitten habe.

Das ist auch alles völlig normal und in Ordnung. Wichtig ist, dass man sich dann der Situation bewusst wird, nicht in Streit ausbricht (leichter gesagt als getan, ich weiß) und alle wieder „einfängt“, um wirklich bewusst beieinander sein zu können.

 

Die folgenden Übungen sprechen alle Sinne der Kinder an. Sie bringen Ruhe in Euren Alltag (vielleicht nicht gerade die letzte Übung, aber dafür ist die sehr lustig…) Hier könnt ihr ganz kreativ sein und „Eure“ Lieblingsvarianten entwickeln.


2. Achtsames Hören


Mama-Glück: Achtsames Spielen mit Kindern, Achtsames Hören

Für achtsames Hören braucht ihr wirklich nichts weiter als Eure Ohren. Setzt Euch hin, schließt die Augen und erzählt Euch gegenseitig, was Ihr gerade hören könnt.

 

Das kann das Ticken der Uhr, Euer Atem, das Summen vom Kühlschrank sein. Oder ihr geht in den Wald, an eine Baustelle, vor eine Schule und hört die dort typischen Geräusche.

 

 

Geräuschetagebuch:

Mit größeren Kindern könnt Ihr aufschreiben, was Ihr an verschiedenen Stellen gehört habt und immer wieder vergleichen, was sich verändert. So klingt der Wald im Frühling ganz anders als im verschneiten Januar… Oder aber die Baustelle an der Straßenecke ist viel leiser, wenn die Bauarbeiter die Markierungen aufmalen als wenn der Bagger arbeitet.

 

Kleinere Kinder können aufmalen, was sie gesehen haben. Laute Geräusche können größer gemalt werden als leise. Haben verschiedene Geräusche auch verschiedene Farben?

Basteltipp: Vor ein paar Wochen habe ich mit meiner Tochter ein Klang-Memory gebastelt. Das ist hier momentan der absolute Renner und fordert auch die Erwachsenen :-) Kostet fast nichts und ist in ein paar Minuten fertig. Die Anleitung gibt’s hier *klick*.


3. Achtsames Sehen


Ich sehe was, was Du nicht siehst...

 

„Mama, ganz viele Sterne“, zeigte mir meine gerade einjährige Tochter mit ihren Babyzeichen. „Quatsch, da ist die Sonne. Die Sterne sieht man erst nachts.“, korrigierte ich kluge Mutter. „Nein, da!“, protestiert meine Tochter.

 

– Und tatsächlich: links und rechts am Wegrand blühten hunderte winzige, gelbe Blumen, die wirklich wie Sterne aussahen. Ganz ehrlich: Ich hätte sie niemals gesehen, weil ich in Gedanken irgendwo zwischen Mittagessen und Schlafmangel unterwegs war. Da gehen wir schon nach draußen und sehen trotzdem nichts…

 

Nehmt Euch also beim nächsten Spaziergang vor, alles ganz genau zu beobachten! Lass Dir von Deinen Kindern zeigen, was sie sehen können. Und wenn Ihr nur zweihundert Meter weit kommt, auch gut. Das ist schließlich Freizeit und kein Wettbewerb.

 

Ihr könnt Euren Spaziergängen auch „Themen“ geben und alles suchen, was „typisch“ Herbst, Winter usw. ist oder z.B. eine bestimmte Farbe hat. Die Möglichkeiten sind unendlich. Diese Spaziergänge nutzen wir übrigens auch, um unseren Jahreszeitentisch umzudekorieren – ein tolles Ritual, das bei uns heißbegehrt ist.

 

Achtsam Sehen kann man bei schlechtem Wetter auch gut im Haus spielen: Wimmelbücher sind dafür toll geeignet – ich finde es immer ganz lustig, wie unterschiedlich Kinder an diese Bilder herangehen. Für jeden ist etwas anderes auf dem Bild wichtig. Während ich z.B. bei einem unserer Bücher meiner Tochter verzweifelt zu erklären versuchte, dass da zwei Autos einen Unfall hatten und deswegen die Polizei kommt, war für sie nur wichtig, dass unten in einer Ecke ein Kind seinen Teddy verloren hatte. Lass Dich also mit in die Welt Deiner Kinder nehmen und schau, wie sie die Dinge betrachten.

 

Wahrscheinlich kennst Du auch noch dieses Kinderspiel, das ganz toll für die Konzentration und genaues Hinsehen ist:

Auf ein Tablett werden verschiedene Dinge gelegt. Alle versuchen sich die Gegenstände möglichst gut zu merken. Dann verlässt ein Spieler den Raum und ein Teil wird vom Tablett entfernt. Der Mitspieler betritt den Raum wieder und muss versuchen zu erkennen, welcher Gegenstand nun fehlt.

 

Mit achtsamem Sehen kann übrigens auch ganz toll nebenbei die Wäsche gemacht werden ;-) Wer guckt genau hin und findet am schnellsten alle passenden Socken / seine Unterhemden/… Du glaubst gar nicht, wie fix die Wäschekörbe sortiert sind :-)


4. Achtsames Schmecken


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Mama-Glück: Achtsames Spielen mit Kindern. Achtsames Schmecken

Hierfür eignen sich am besten die gemeinsamen Mahlzeiten oder auch das gemeinsame Kochen.

 

Lasst Eure Kinder ganz genau beschreiben, wie z.B. die Gurke, die Paprika oder das Brot schmecken.

 

Gebt kleineren Kindern Hilfe bei fehlenden Wörtern, denn ihnen fehlt häufig noch der Wortschatz, um Geschmäcker zu beschreiben.

 

Bestimmt kennst Du noch das „Schmeck-Spiel“ von früheren Kindergeburtstagen: Lass Deine Kinder mit verbundenen Augen Dinge probieren und dann erraten, was es war. Das macht nicht nur achtsam, sondern auch jede Menge Spaß :-)


5. Achtsames Riechen


 Macht einen „Ausflug“ durchs Haus: Wie riecht die frischgewaschene Wäsche, welche unterschiedlichen Gerüche gibt es in der Gewürzschublade, welches Duschgel riecht am besten? Das Ganze geht natürlich auch auf dem Markt, im Wald...


6. Achtsames Tasten/Fühlen


Achtsames Fühlen:

Hierfür finde ich Waldspaziergänge ganz toll. Sammelt Blätter, Eicheln, Stücke von der Baumrinde, Stöcke, Tannenzapfen oder was jahreszeitenmäßig gerade so da ist. Zu Hause könnt ihr dann mit geschlossenen Augen genau fühlen, wie sich die verschiedenen Fundstücke anfühlen. Beschreibt sie ganz genau!

 

In vielen Wäldern gibt es mittlerweile Barfußpfade. Für uns zivilisierte Menschen mit unseren dicken Schuhsohlen sind die eine ziemliche Herausforderung. Macht aber trotzdem viel Spaß und ist eine Erfahrung der anderen Art.

 

Im Haus könnt Ihr z.B. beim Teigkneten genau hinfühlen: Wie fühlen sich die ungemischten Zutaten an (was unterscheidet beim Anfassen Mehl von Zucker…) und wie fühlt sich der klebrige Teig an den Händen an? Diese Übung ist super, denn danach hat man einen tollen Kuchen, ein ganzer verregneter Nachmittag ist um und hinterher haben alle etwas zum achtsamen Schmecken ;-)

 

Beim Tasten könnt Ihr außerdem z.B. verschiedene kleine Teile unter eine Decke / in einem Beutel verstecken und dann versuchen zu ertasten, welchen Gegenstand Ihr in der Hand haltet.

 

Unsere Lieblingsvariante bringt allerdings mehr Spaß und Dreck und Action als Ruhe und Meditation. Und ist am besten geeignet, wenn danach eh alle in die Badewanne oder in die Dusche sollen…

Die einzige Spielanleitung hierfür lautet: Gebt Euren Kindern eine große Schüssel/ein Tablett voll mit Rasierschaum… Der Rest ergibt sich von alleine :-)


Buchempfehlungen* für achtsames Spielen mit Kindern und Jugendlichen:


Entspannungsmusik und Fantasiereisen für Kinder und Jugendliche*:



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Welche Spiele und Übungen zum Thema Achtsamkeit

mit Kindern kennst Du?

 

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Carina Morgenroth, Wirtschaftspsychologin (B.SC.), Coach, Mama von zwei tollen Kindern,

verrückt nach Agatha Christie-Krimis und das Gesicht von Mama-Glück.

Mein Ziel ist es,

Dich dabei zu unterstützen, glücklich und entspannt Mutter sein zu können

und Deine privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.


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Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Anne (Mittwoch, 05 Dezember 2018 09:19)

    Vielen Dank für den schönen Artikel! Da sind ein paar gute Anregungen dabei! LG

  • #2

    Kerstin (Sonntag, 06 Januar 2019 18:38)

    Die Idee mit dem Rasierschaum ist super! Da sind die Kinder bei Regenwetter gut beschäftigt!