Elternzeit: Über die Einsamkeit zu Hause


Die Elternzeit – ein Traum aus rosa Zuckerwattewolken


Dein Weg zum idealen Selbstild

In der Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter hatte ich mir das so schön vorgestellt: Morgens mit meinem Mann frühstücken, dann mit Baby gemütlich kuscheln, den Haushalt machen, mit Baby spielen und dann etwas unternehmen, einkaufen oder Freunde treffen. Kein stressiger Job mehr für ein Jahr, nicht mehr morgens um halb sieben auf der Autobahn hinter kriechenden Lastwagen festhängen, keine Überstunden und schlechtgelaunte Vorgesetzte.

 

Heute möchte ich Dir einen kleinen Einblick in meine erste Elternzeit geben, darüber, wie erstmal alles anders läuft  als geplant - aber auch, wie man seinen "neuen" Alltag mit Baby gestalten kann.


Unelegante Bruchlandung in der Realität


Die Essensliste als geistige Höchstleistung

Ja, so hatte ich mir das gedacht. Das hat auch ganz gut funktioniert – die ersten Wochen. Aber ganz ehrlich… schon nach ungefähr vier Wochen war es mir total langweilig.

 

Irgendwie hatte ich mir das alles so naiv rosarot und schön und niedlich und überhaupt ganz toll ausgemalt und gelandet bin ich mit einem krachenden Wuuuumms auf meinem Hintern – irgendwo zwischen Bügelwäsche, Stillen und durchwachten Nächten.

 

Da saß ich nun mit dem zuckersüßesten Baby, das netterweise tagsüber auch noch stundenlang am Stück schlief und vermisste Arbeit für meinen Kopf und vor allem soziale Kontakte.

 

Überleg mal, wie viele Mütter gerade in diesem Moment alleine mit Baby zu Hause sind und gerne Gesellschaft hätten!

 

Die Überlegung, was ich abends kochen könnte, wurde zur geistigen Höchstleistung und das Gespräch mit der netten Postbotin oder der Verkäuferin beim Bäcker die Highlights des Tages.

 

Ich vermisste sogar den Termindruck bei der Arbeit, die vielen Telefonate mit der IT, weil mein PC streikte und ich vermisste den wässrigen Bürokaffee mit meiner allerliebsten Kollegin. Ein paar Stunden Homeoffice waren aus "versicherungstechnischen Gründen“ auch nicht drin – ich hätte über das Laptopkabel stolpern können (auf Deutsch: „Wir haben momentan absolut keine Verwendung für Sie!“).

 

Und dabei ich hatte mit unserem Juni-Baby noch richtig Glück: Das Wetter war toll und wir konnten viel rausgehen und mussten nicht bei Regenwetter in der Hütte sitzen.


Ja, ich bin dankbar dafür, dass wir den Luxus haben, uns so viel Zeit für unsere Kinder nehmen zu können!

 

Ja, ich weiß, dass andere froh wären, wenn sie in meiner Situation gewesen wären!

 

Ja, ich liebe mein Kind (mittlerweile meine beiden Kinder) über alles und bin die totale Mutti.

 

Ich weiß die vielen wunderschönen Momente mit ihnen seeeehr zu schätzen und habe es niemals bereut, Mama geworden zu sein.

 

ABER: Ich bin nicht nur Mama.

 

Ich bin auch noch Freundin, Arbeitnehmerin, Ehefrau und ich liebe volle Tage mit viel zu tun. Ich habe Hobbies, Begabungen, Interessen.

 

Punkt – Aus – Ende.



Nicht einbuddeln - aktiv werden


Was also tun? Freunde treffen viel tagsüber erstmal ins Wasser: Wir waren bis auf eine Ausnahme im ganzen Freundeskreis die ersten mit Kind, also waren alle anderen arbeiten. Und nachdem ihre erste Anfangseuphorie „Ooooh, ein süßes Baby!“ sich gelegt hatte, war von ihnen auch erst einmal nicht mehr so viel zu hören und zu sehen. Wie auch? Tagsüber waren sie arbeiten und abends war ich so fertig, dass ich oft vor der Tagesschau im Bett war, weil ich nachts stundenlang auf den Beinen war.

 

Omas und Uromas besuchen? Ist mal ganz nett, aber ständig bei anderen auf der Couch hocken und Kaffee trinken, war auch nicht das, was ich mir für meine Elternzeit vorgestellt hatte.

 

Und das Zwischenergebnis der Geschichte? Ja... ich, die sonst von allen im Bekannten immer als gelassener Gutelaunemensch betitelt werde, wurde immer launischer, nörgeliger, sodass ich mir selbst schon richtig auf den Wecker gegangen bin! Spoiler: Nachdem aus dem neugeborenen Winzling ein „richtiges“ Baby geworden war, ich nicht mehr alle zwei Stunden stillen musste und wir somit mobiler wurden, ging es mit der Laune auch schnell wieder bergauf :-) Und jetzt mit Baby Nummer zwei und einem zweijährigen Kindergartenkind wünschte ich mir, mein Tag hätte zehn Stunden mehr…

Aber dennoch… Auch wenn die Laune wieder hergestellt war, fehlten mir vor allem soziale Kontakte. So konnte es nicht bleiben – eine Lösung musste her!


Babykurse und Krabbelgruppen zum Zeitvertreib


Es geht auch anderen so...

Also wurde ich aktiv, durchforstete das Internet und meldete ich das Töchterchen und mich zu einem Pekip- und einem Sportkurs für Mamas und Babys an und verabredete mich wöchentlich mit zwei anderen Mamas mit Babys im selben Alter wie unser Töchterchen zu zwei "privaten Krabbelgruppen".

 

Und siehe da: Kommt man erst einmal mit anderen Mamas in Gespräche, die über das übliche „Ja, die Nächte sind ganz ok, wir fangen auch bald mit der Beikost an. Was? Ihr benutzt Stoffwindeln???“ hinausführen, hört man zuerst die ganz feinen Zwischentöne und dann bei den meisten, dass auch ihnen es ähnlich geht. Ich bin kein Fan von Schönrederei. Wenn mich jemand fragt, wie es bei uns läuft, bin ich ehrlich: Wir schlafen nie durch und ich freue mich darauf, mal über etwas anderes als Windeln und Breiflecken reden zu können.


Blick über den Breitellerrand hinaus


Vor lauter Windelwechseln vergisst man dann auch gerne mal, was einen „vor“ dem Baby interessiert hat und fängt an auch bei Nicht-Eltern ständig über Babythemen zu lamentieren. Ein Rat: Gar nicht gut! Kommt nur in Grenzen gut an ;-) Also habe ich den Spieß rumgedreht und stattdessen gebeten, dass mir Kollegen und Freunde von „ihren“ Themen berichten – so bleibt man wenigstens auf dem Laufenden und hat eine Chance, dass die anderen sich auch weiterhin mit einem treffen möchten :-)

 

Und damit mein Mann und ich nicht vergaßen, dass es noch etwas anderes als Babykram gab, habe ich das Verbot eingeführt, beim Abendessen über eben diese Dinge zu sprechen. Dafür musste er mir in aller Breite berichten, was „in der anderen Welt“ so los war.


Auf der Suche nach babytauglichen Hobbies


So war ich also zumindest an den Vormittagen schon einmal gut beschäftigt und kam wieder unter die Leute. Teil eins meiner Mission war also geglückt – ich musste nicht wie ein Einsiedlerkrebs in unserem Häuschen mein einsames Dasein fristen ;-) Blieb aber immer noch genug Zeit, um auch mal etwas „zu schaffen“.

 

Da ich von klein auf alles, was mit Handarbeiten und Kreativsein zu tun hat liebe (ich habe mit vier Jahren meinen Erzieherinnen im Kindergarten das Stricken beigebracht), aber das Kind schon von der Oma komplett „bestrickt“ war, habe ich kurzentschlossen eine Nähmaschine und Stoff bestellt und mithilfe von Youtube und einigen einfachen Schnittmustern einen Selbstkurs im Nähen gemacht und siehe da: viel einfacher als gedacht, macht riesig Spaß, Kind hat Klamotten, Mama ist beschäftigt und macht noch etwas anderes als Breikochen. Kann ich also nur weiterempfehlen.

 

Das zweite neue „babytaugliche“ Hobby: Handlettering! Meine ganz großes neues Hobby, über das sich auch der Rest der Familie freut und mittlerweile „Bestellungen“ für Hochzeits-, Geburts- und Weihnachtskarten bei mir aufgibt J

 

Und bei Kind Nummer zwei habe ich mir nach drei Monaten von meinem Arbeitgeber die Tätigkeit in der Elternzeit für das Mama-Coaching genehmigen lassen, schreibe zurzeit an meinem ersten Buch und kann mich wirklich nicht über Langeweile beklagen :-)


Werde auch Du kreativ und bring Abwechslung in Deinen Mama-Alltag!

Für Anfänger geeignete Nähmaschine*

 Brother CS10 Computer-Nähmaschine (40 Stiche)

Schöne Schnittmuster* für die Kleinsten...

Nähen mit JERSEY - kinderleicht!: für Babys und Kids von 0 bis 8 Jahren
Handlettering Alphabete: Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift – 2 Maxi-Poster mit allen Schrift-Vorlagen zum Abpausen
Handlettering Alphabete – Das Übungsheft mit original Tombow ABT Dual Brush Pen: Schriften und Schmuckelemente: Mit Hilfslinien zum perfekten Lettering


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Mich interessieren aber vor allem

Deine Erfahrungen über Elternzeit und die erste Zeit des Mama-Seins!

 

Wie hast Du Dich gefühlt – plötzlich raus aus dem Job

und rein in die Mutterschaft?

Geht oder ging es Dir in Deiner Elternzeit genauso wie mir

oder wie hast Du diese Zeit erlebt?

 

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Carina Morgenroth, Wirtschaftspsychologin (B.SC.), Coach, Mama von zwei tollen Kindern, verrückt nach Agatha Christie-Krimis und das Gesicht von Mama-Glück.

Mein Ziel ist es,

Dich dabei zu unterstützen, glücklich und entspannt Mutter sein zu können

und Deine privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.


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Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Jessica (Dienstag, 15 Januar 2019 18:27)

    Oh wow. Ein Beitrag, der mich und meine Situation sehr treffend beschreibt. Ich bin so dermaßen froh, nicht allein zu sein.