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Familienrituale am Morgen - wie Ihr Euch eine schöne Morgenroutine schafft


Mit einer schönen Morgenroutine könnt Ihr diesem morgendlichen Chaos ein Ende bereiten

Kaum eine Familie, die nicht jeden Morgen in kriegsähnlichen Weltuntergangs-Stress-Szenarien durchs Haus rennt: Auf der Suche nach der zweiten Socke, dem Handy, den Englischhausaufgaben, der Brille oder sich selbst.

 

In all der Hektik fallen ungeduldige und meckrige Kommentare und alle sind genervt voneinander bevor man überhaupt am Frühstückstisch angekommen ist.

 

Das führt in der Regel dazu, dass man sich schon kurz nach dem Aufstehen fühlt, als müsse man wieder ins Bett oder gleich noch mal duschen und irgendwie zieht sich so ein mieser Tagesbeginn auch durch den ganzen Tag.

 

Mit einer schönen Morgenroutine könnt Ihr diesem morgendlichen Chaos ein Ende bereiten. Denn das tolle an Ritualen ist ja, dass wir durch ständige Wiederholungen Abläufe verinnerlichen und quasi automatisch „abspulen“.

 

Diese Gewohnheiten kennen wir zu Hause sehr gut – und es zeigt sich auch, wie schwierig es wird, wenn Kinder vom Erlernten abweichen müssen. Bevor unsere Tochter in den Kindergarten gekommen ist, haben wir jeden Morgen nach dem Frühstück stundenlang Bücher am Esstisch gelesen. Man kann sich ihr Unverständnis vorstellen, als ich ihr dann mit Beginn der Kindergarteneingewöhnung mitgeteilt habe: „So, wir haben jetzt noch Zeit für ein Buch und dann müssen wir zusehen, dass wir fertig werden, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich in den Kindergarten.“ – es hat zugegebenermaßen auch für mich ein paar Tage gedauert, bis ich verstanden hatte, dass sie nicht trödelte, sondern dass sie schlicht und einfach mit dem neuen Ablauf zu kämpfen hatte. Nach drei Wochen Kindergarten war das Ganze schon kein Thema mehr und nach dem Frühstück geht es jetzt relativ flott.


Mit welchen Ritualen und Routinen den Morgen „entstressen“?


1. Einfach ist besser

  • Der erste und wichtigste Tipp: Macht es Euch so einfach wie möglich! Auf komplizierte Abläufe und Regeln mag sich vor dem Frühstück sowieso niemand konzentrieren…

 

2. Vorbereitung am Vorabend

  • Deckt nach dem Abendessen schon gemeinsam den Frühstückstisch für den nächsten Tag – inklusive den Brotdosen zum Mitnehmen. Hierbei können auch die Kleinsten schon ganz toll mithelfen – deponiert bruchsicheres Kindergeschirr in einer separaten Schublade in der Küche.
  • Packt gemeinsam Schul- und Kindergartentaschen. Das erspart Euch unnötiges Rumsuchen am Morgen.
  • Legt Kleidung schon abends heraus. Dann können größere Kinder sich auch nach dem Aufstehen alleine anziehen.

 

Soweit die Vorbereitung – gilt es jetzt „nur“ noch den Morgen zu meistern. Dabei können Euch diese Ritualideen helfen:


Rituale am Morgen


Rituale zum Wecken

Morgenroutine. Familien-Rituale zum Wecken

Kein Mensch möchte gerne mit „Aufstehen, aber bitte zackig, wir haben es eilig!“ aus dem Bett gebrüllt werden.

 

Da denken wir Eltern uns die ausgefallensten Einschlafrituale aus, aber morgens muss es ganz schnell gehen. Dabei kennen wir es doch von uns selbst, dass wir uns gerne noch einmal umdrehen, wenn der Wecker geklingelt hat, weil es gerade noch so schön gemütlich war und wir das warme Bett auf keinen Fall verlassen wollen.

 

Vom liebsten Kuscheltier geweckt werden

Funktioniert bei uns immer ganz hervorragend. Wenn der kleine Stoffesel ins Bett „hüpft“ und mit Quietschestimme verkündet: „Guten Morgen, du Schlafmütze! Zeit für den Kindergarten!“ geht es mit dem Aufstehen immer ganz flott.

 

Mit der Spieluhr geweckt werden

Nicht jeder mag es, direkt nach dem Aufwachen zu spielen und zu toben. Mit einer Spieluhr ist das Wecken weniger laut und gibt dem Kind die Gelegenheit, langsam wach zu werden.

 

Musik an, bitte!

Mit dem aktuellen Lieblingslied geweckt werden, am besten eines, bei dem man mitmachen und tanzen kann, motiviert zum Aufstehen und bringt direkt gute Stimmung. Hier schon am frühen Morgen sehr beliebt: Der Flummitanz und das Fliegerlied…

 

Der Klassiker: Kuscheln und Kissenschlacht in Mamas und Papas Bett

In einer perfekten Welt werden wir Eltern nach einer durchschlafenen Nacht um eine humane Zeit vom Wecker geweckt, haben genug Zeit uns anzuziehen und dann erst die Kinder zu wecken. In der Realität werden allerdings wohl meistens die Eltern vom neben dem Bett stehenden krähenden Nachwuchs geweckt, bevor noch die Hühner aufgestanden sind: „Ich kann nicht mehr schlafen! Können wir Frühstück machen?“ Anstatt direkt genervt zu sein, bietet es sich doch viel eher an, die Kinder noch ein wenig mit unter die warme Bettdecke zu nehmen und zu kuscheln. Einen gemütlicheren Start in den Tag kann man sich kaum denken. Und wenn mit erneutem Einschlafen nicht mehr zu rechnen ist, kann man sich leise von den Plänen für den Tag erzählen und dann das Aufstehen mit Kitzeln oder einer Kissenschlacht einläuten.

Rituale zum Anziehen

Um eine stolperfreie Morgenroutine zu schaffen legt Ihr die Kleidung schon am Abend vorher gemeinsam mit den Kindern raus (das gilt auch für Sport- und Schwimmkleidung…). So weit so gut. Wie kommt am Morgen aber jedes Kind ohne Trödeln in seine Klamotten?

 

Vom liebsten Kuscheltier angezogen werden

Wurde unsere Tochter von ihrem Stofftier geweckt, hilft das Stofftier dann meistens auch noch beim Anziehen. Dann ist der erste Lachanfall für den Tag gesichert – das Stofftier weiß nämlich nicht so recht, wie das funktioniert mit der Kleidung „Oh, was ist das denn (hält Socke hoch)? Das ist bestimmt ein Pullover. Ich zieh Dir den mal eben schnell an.“ Und zack-zack wird dem Esel gezeigt, wie es richtig geht :-) Hört sich aufwendig an, geht aber schneller als stundenlang um jedes Kleidungsstück zu verhandeln.

 

Wettanziehen

Wer ist schneller fertig mit Anziehen? Bei kleineren Kindern reicht meist schon die Aussicht darauf „Erster“ zu sein, damit sie auf dieses Anziehspiel anspringen. „Ich wette, dass ich Deinen kleinen Bruder schneller anziehen kann, als Du Dich!“ oder „Ich glaube, dass ich mich schneller anziehen kann, als Du Dich!“.

 

Damit größere Kinder noch dazu motiviert sind, erhält der schnellste Anzieher einen „Preis“ – z.B. bei der Fahrt zur Schule vorne sitzen oder den ersten Kakao am Frühstückstisch.

 

Anziehen mit Musik

Wer sowieso gerne mit Musik geweckt wird, kann auch das Anziehen damit verbinden. Für kleinere Kinder ist sind die Lieder „Jetzt zieht Hampelmann“ oder auch „Die Strümpfe, die gehören an die Beine“ ganz toll geeignet. Ob man selbst singt oder die Musik abspielt, ist Eurer morgendlichen Verfassung überlassen ;-

 

Für größere Kinder eignet sich eigentlich jede „Lieblingsmusik“. Wer sich tanzend am schnellsten angezogen hat, hat gewonnen.


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Rituale zum Zähneputzen

Zähneputzen ist ein ähnlicher Dauerbrenner wie das Einschlafen und Zubettgehen

Puh… Zähneputzen ist ein ähnlicher Dauerbrenner wie das Einschlafen und Zubettgehen.

 

Dazu gibt es wohl so viele Ratschläge, Abläufe und Tipps wie Eltern, Großeltern und Erziehungsratgeber.

 

Da es ehrlicherweise auch bei uns zu Hause immer mal wieder zu kleineren und größeren Diskussionen beim Thema Zähneputzen kommt, kann ich hier nicht auf unsere „Patentlösung“ verweisen.

 

Mal funktioniert hier die eine, mal die andere Vorgehensweise besser. Ein richtiges Ritual hierzu haben wir also leider nicht. Wichtig ist uns nur, dass Zähneputzen eine „Muss-Sache“ ist, die aber Spaß machen kann.

Rituale zum Frühstück

Gemeinsame Zeit, weniger Stress

  • Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig für Kinder ebenso wichtig wie für uns Erwachsene. – Warum gemeinsames Essen wichtig für Kinder ist, kannst Du hier *klick* nachlesen.
  • Nehmt Euch also genug Zeit, um bei einem gesunden Frühstück den Tag gemeinsam zu beginnen und anstehende Termine für den Tag zu besprechen. Selbst wenn Ihr am Morgen keine großen Esser seid – setzt Euch zusammen und genießt die gemeinsame Zeit bevor alle zu ihren jeweiligen Aufgaben aufbrechen.

 

Brotdose packen

  • Entscheidet mit Euren Kindern gemeinsam, was heute mitgenommen wird. Neben dem üblichen Brot und Obst dürfen die Kinder sich ein „besonderes“ Teil zum Mitnehmen aussuchen. Dann freuen sie sich schon im Voraus auf das Frühstück in Kindergarten oder Schule.

 

Tischsprüche

  • Ein Tischspruch ist ein weit verbreitetes und bei Kindern heiß geliebtes Ritual vor den Mahlzeiten. Eine Sammlung der schönsten Tischsprüche findest du hier *klick*.
  • Ist Deine Familie gläubig, kann anstelle des Tischspruches auch ein kurzes Tischgebet gesprochen werden.

Verabschiedung zur Arbeit, Schule oder Kindergarten

Gerade für kleinere Kinder ist die Trennung von Mama oder Papa oft noch eine schwierige Angelegenheit. Mit liebevollen Ritualen könnt Ihr Euren Kindern den Abschied ein wenig erleichtern. Wichtig ist, die Verabschiedung nicht endlos in die Länge zu ziehen. Vermittelt Eurem Kind den Eindruck, dass alles in Ordnung ist und dass es sicher sein kann, bald wieder von Euch abgeholt zu werden.

 

Hinauswerfen

  • Im Kindergarten meiner Tochter ist es das Ritual fast aller Kinder, ihre Eltern aus dem Kindergarten hinauszuschubsen. So macht die Verabschiedung Spaß und es wird von der Trennung abgelenkt. Meine Tochter freut sich jeden Morgen darauf, mich zu schubsen und hat dieses Ritual schon auf Besucher bei uns zu Hause ausgeweitet. Sehr zur Belustigung der Omas und Opas.

 

„Ich hab Dich lieb!“

  • Bevor Ihr Euch verabschiedet, zeigt und sagt Euch, dass Ihr Euch liebhabt. Eine Umarmung, ein Kuss, ein „ich hab´Dich lieb“ macht die Verabschiedung gleich doppelt schön. Unsere Tochter gibt meinem Mann jeden Morgen einen Kuss auf die Stirn, zeigt das Babyzeichen für „Liebhaben“ und schubst ihn dann mit einem „Ciao-Byebye“ aus der Haustür.

 

Eigener "Handshake"

  • Leider, leider werden die lieben Kleinen irgendwann einfach zu "cool" für Umarmungen und Abschiedsküsschen - gerade, wenn Freunde anwesend sind... Denkt Euch stattdessen eine lustige Verabschiedung, etwa einen eigenen "Handshake" aus!

 

Nicht im Streit auseinandergehen

  • In der alltäglichen Hektik am Morgen fallen schon mal Worte, die man so besser nicht gesagt hätte. Lass Deine Kinder auf keinen Fall in Wut aus dem Haus gehen ohne kurz auf den Streit einzugehen. Wenn die Zeit für eine Klärung nicht ausreicht, versichere Deinem Kind, dass Du es trotz des Streits sehr lieb hast und dass Ihr am Nachmittag über die Angelegenheit in Ruhe sprechen werdet.

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Diese Sammlung möchte wachsen:

Lasst uns an Euren Familienritualen teilhaben!

 

Welche Rituale

bereichern, verschönern und strukturieren

Euer Familienleben?

 

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Carina Morgenroth, Wirtschaftspsychologin (B.SC.), Coach, Mama von zwei tollen Kindern, verrückt nach Agatha Christie-Krimis und das Gesicht von Mama-Glück.

Mein Ziel ist es,

Dich dabei zu unterstützen, glücklich und entspannt Mutter sein zu können

und Deine privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.


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