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Wie Du lernst „Nein“ zu sagen, ohne Dich zu rechtfertigen


Wie Du lernst „Nein“ zu sagen, ohne Dich zu rechtfertigen

Kennst Du vielleicht auch so eine Frau:

Obwohl sie selbst zu Hause noch viel zu tun hat, übernimmt sie eilige Aufgaben einer Kollegin, weil diese eine  Verabredung hat und früher gehen muss. Beim Einkaufen lässt sie an der Kasse drei drängelnde Personen vor, obwohl sie es eigentlich selber eilig hat, da sie der Kollegin zuliebe länger gearbeitet hat. Nachdem die Kinder im Bett sind, bügelt sie noch die Hemden ihres Mannes, weil er es vergessen hat. Um 22 Uhr ist sie so müde, dass sie wortlos ins Bett geht und ihr Mann sich fragt, warum seine Frau mal wieder so schräg drauf war.

 

Diese Frau, die Dir vielleicht bekannt vorkommt... Sie hätte in all diesen Situationen, in denen ihre Grenzen überschritten wurden, „Nein“ sagen können. Einfach „nein“. Mehr nicht. Ich denke selber so häufig „Neeee, will ich nicht.“ – sage es aber viel zu selten. Gerade Mütter, die es mit der Selbstfürsorge oft nicht so genau nehmen (erst muss es allen gutgehen, dann komme ich), fällt "nein" sagen irre schwer.

 

Aber warum? Warum wollen wir es allen Recht machen und…


…warum haben wir Angst davor nein zu sagen?


Viele Menschen versuchen auf Gedeih und Verderb es allen recht zu machen. Sie wollen um jeden Preis geliebt, wertgeschätzt und geachtet werden. Auf keinen Fall möchten diese Personen anecken, negativ auffallen oder eben einfach mal „nein“ sagen.

 

Für unsere Psyche ist aber gerade dieses Verhalten, von dem wir uns positive Ergebnisse erhoffen, eher negativ. In diesem Artikel erfährst Du, warum Du es nicht immer allen Recht machen musst und wie Du lernst „nein“ zu sagen ohne Dich zu rechtfertigen.

 

Welche Gründe gibt es, aus denen wir nicht „nein“ sagen?

Angst vor Konflikten

Kein Mensch möchte „der Außenseiter“ sein - wir wollen dazugehören. Was würden im Beispiel oben wohl die Kollegen denken und sagen, wenn die Frau die Bitte ihrer Kollegin ablehnen würde? Wie würden sie reagieren? Oder was würden die anderen Kunden im Supermarkt an der Kasse denken, wenn die Frau der dritten Person, die vorgelassen werden möchte, den Wunsch abgeschlagen hätte?

 

Ganz klar. Menschen wollen zur Gruppe dazugehören und nicht als einziger aus der Reihe tanzen und negativ auffallen.

Anerkennung

 „Finde mich toll! Sei mir dankbar!“ – so könnte man das Verhalten vieler Personen, die es allen Recht machen wollen, in Sprache umwandeln. Kinder werden von ihren Eltern bedingungslos geliebt. Sie müssen nichts Besonderes tun, um Liebe zu bekommen und wertgeschätzt zu werden. In unserer Leistungsgesellschaft haben wir aber gelernt, dass wir Anerkennung und Wertschätzung nur erhalten, wenn wir dafür etwas leisten. Somit haben viele Menschen das Gefühl, dass sie sich immer brav, nett und wie erwartet verhalten müssen, um von ihrem Umfeld gemocht zu werden.

Abhängigkeiten schaffen

Kein schöner Charakterzug, aber dennoch Realität: Andere Menschen wiederum führen eine imaginäre Liste gemäß dem Motto: Ich habe dies und das und jenes für Dich getan, jetzt musst Du mir dankbar sein und schuldest mir etwas. Sie fühlen sich stark und mächtig dadurch, dass andere ihnen in ihren Augen etwas schuldig sind.

Aber was bringt uns dieses Verhalten?

Wenn Dich jemand nur mag, weil Du ihm immer „nützlich“ bist, kann diese Person nicht gut für Dich sein. Klar, Freunde helfen sich, aber gegenseitig. Und es ist auch völlig okay, wenn wir mal nicht helfen können, weil unser Alltag uns gerade sehr beansprucht. Jeder gute Freund wird dies verstehen.

Auswirkungen des Ja-Sagens

Was passiert mit Dir, wenn Du Ja sagst, obwohl Du eigentlich „nein“ meintest, weil Du gar keine Zeit, Energie und Kraft hast? – Genau: Du sprichst Dir selbst Deine Bedürfnisse ab – verweigerst Dir die nötige Zeit für Dich selbst und Selbstfürsorge, um wieder Kraft für Deinen ohnehin schon anspruchsvollen Alltag zu tanken.

 

Sagen wir ständig „Ja“ ohne wirklich dahinter zu stehen, schwächen wir unser Selbstvertrauen und erlauben anderen, unsere Grenzen zu übertreten.

 

Es anderen immer Recht zu machen, macht uns auf Dauer also gar nicht glücklich, sondern führt zu Unzufriedenheit mit der Situation, dem Gefühl sich ausgenutzt vorzukommen und einfach auch körperlichem Unwohlsein durch permanente Überlastung.

Wie Du lernst, Nein zu sagen, ohne Dich zu rechtfertigen

Aber woher sollen andere Personen wissen, wie es in Dir aussieht, wenn Du immer lächelnd „ja“ sagst? – Sie können ja nicht in Deinen Kopf hineingucken.

 

Lernst Du aber „richtig“ „nein“ zu sagen, können andere Dich besser verstehen und Deine Grenzen respektieren. Die allermeisten Menschen werden Deine Entscheidung nachvollziehen können und dir kein bisschen böse sein! Mal „nein“ zu sagen, muss also kein Problem sein – aber wie geht es richtig, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen?

Auf die richtige Art und Weise "nein" sagen

„Eigentlich immer gerne. Aber momentan habe ich einfach keine Zeit/Möglichkeit dazu. In ein paar Tagen/Wochen können wir gerne nochmal darüber sprechen.“

Diese Begründung wird wohl jeder verstehen. Und wenn der andere dennoch nicht aufgibt, werde deutlicher und sage, dass Du wirklich keinen Kopf für sein Anliegen hast, da Du momentan selbst zu viel um die Ohren hast.

 

 

„Das hört sich interessant an. Ich möchte darüber aber gerne noch etwas nachdenken und gebe Dir dann Bescheid.“

Bevor Du überstürzt „Ja“ sagst und es kurz darauf wieder bereust, nimm Dir Bedenkzeit. Keiner nimmt es Dir übel, wenn Du bei Entscheidungen, um Zeit zum Nachdenken bittest.

 

 

 „Danke, dass Ihr dabei an mich gedacht habt. Aber ich möchte/kann nicht, weil…“

 Mit dieser Antwort wertschätzt Du das Anliegen des Fragenden und zeigst ihm, dass er Dir wichtig ist.

 

 

Der wichtigste Tipp ist aber wohl: Mache Dir die Konsequenzen klar!

Kommst Du der Bitte des Fragenden nach, ärgerst Du Dich über Dich selbst, hast noch weniger Zeit und Energie für Deine eigenen Pläne und Vorhaben, verkürzt sich die Zeit mit der Familie noch weiter.


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Jetzt habe ich hier geschrieben, wie Du gegenüber Familie,

Freunden oder Kollegen auf nette Art und Weise "Nein" sagen kannst.

 

Die nervigen Menschen an der Supermarktkasse habe ich aber außen vor gelassen... Aus dem einfachen Grund: Ich habe hier selbst keine Lösung :-)

 

Wie löst Ihr solche Situationen?

 

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Carina Morgenroth, Wirtschaftspsychologin (B.SC.), Coach, Mama von zwei tollen Kindern, verrückt nach Agatha Christie-Krimis und das Gesicht von Mama-Glück.

Mein Ziel ist es,

Dich dabei zu unterstützen, glücklich und entspannt Mutter sein zu können

und Deine privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.


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