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Selbstfürsorge - warum Zeit nur für Mama so wichtig ist


Als Mama bist Du meistens im Dauereinsatz. Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Und wenn dann mal kein Kind etwas von Dir möchte, sind es die Vorgesetzten, der Partner, Kollegen, Nachbarn oder der Postbote.

 

Da ist so ein Tag dann wie im Flug vorbei und Du bist froh, wenn Du es anstelle des geplanten Wellness-Abends noch schnell unter die Dusche schaffst.

 

Und auch wenn Du gerne für Deine Kinder da bist, nachts sieben Mal aufstehst und tagsüber kochst, wäscht, arbeiten und nach Feierabend noch auf den Spielplatz gehst, darfst Du Dich selbst nicht vergessen. Denn wer sich immer nur um andere kümmert und seine Bedürfnisse ständig hinten anstellt, schadet sich selbst auf Dauer psychisch und physisch.

 

Die meisten Mütter stellen ihre Bedürfnisse zu häufig zurück und gehen nicht sehr achtsam mit sich um.

 

In diesem Artikel möchte ich Dir als (berufstätiger) Mama deswegen gerne ein paar Gedanken zur Selbstfürsorge mit auf den Weg geben.



Gibst Du „Selbstfürsorge“ bei Google oder einer anderen Suchmaschine Deines Vertrauens ein, erhältst Du unzählige Tipps. Die meisten bewegen sich eher im esoterischen Bereich (meditiere Dich glücklich...) oder geben Dir so unglaublich hilfreiche Hinweise wie den, dass Du Dir Zeit nehmen solltest, Deine Nägel zu lackieren. – Aber ist das der wirkliche Sinn von Selbstfürsorge? Klar, Selbstfürsorge bedeutet, dass Du Dir Zeit für Dich nimmst. Aber ist es mit ein bisschen Maniküre getan? Löst das all Deinen Stress und Unwohlsein in Luft auf?


Was bedeutet Selbsfürsorge?


Selbstfürsorge bedeutet, Dich selbst und Deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und Dich gut um Dich selbst zu kümmern. Selbstfürsorge umfasst dabei nicht nur Dein körperliches Wohlbefinden, sondern alle Lebensbereiche – angefangen bei Deiner Partnerschaft und Familie, über Hobbies, Beruf und sonstige soziale Kontakte. Selbstfürsorge kann nur durch Dich selbst geschehen und meint, dass Du Dich gut und ausgeglichen fühlst und Deinen Alltag (größtenteils) freudvoll und gelassen meistern kannst.

 

Natürlich sind nicht immer alle Lebensbereiche zu jeder Zeit hundert Prozent positiv, es gibt überall Dinge, die man verbessern kann. Und es werden auch immer mal Lebensbereiche mehr Raum und Zeit einnehmen als andere. Wir leben ja nicht in einer perfekten Welt. Dein Ziel sollte es aber sein, dass Du Dich in allen Lebensbereichen so wohl wie möglich fühlen kannst.

 

Wenn Du dieses Ziel durch lackierte Nägel erreichst, finde ich das wunderbar und bitte Dich darum, allen gestressten Müttern die Marke und Farbe Deines Nagellacks mitzuteilen ;-)

 

Natürlich kann man sich auch dadurch besser fühlen. Ich selbst laufe auch im Winter mit lackierten Zehennägeln rum, weil ich es schick finde und ich so das Gefühl habe, nicht ganz im Mama-Sein unterzugehen. Das ist zwar ein Teil von Selbstfürsorge, kratzt aber nur an der Oberfläche und hilft nur, wenn grundlegendere Dinge stimmen:

 

Ich habe für diesen Artikel wirklich viel in diversen Blogs und Internetseiten herumgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass Selbstfürsorge wie ein Hausbau ist. Wir benötigen ein stabiles Fundament, das dafür sorgt, dass unser Körper gut versorgt ist und darauf können wir uns dann unser „Haus“ aus Beziehungen, Familie, Hobbies und Beruf bauen. Und erst wenn diese Dinge so gut wie möglich im Lot sind, kommt als „Deko“ der sonstige Schnickschnack, der uns ein gutes Gefühl vermittelt. Da wären wir dann wieder bei den Tipps der Frauenzeitschriften (Kauf Dir ein paar neue Schuhe, dekoriere Dein Wohnzimmer um…). Doch wenn Dein „Haus“ auf einem wackeligen Fundament steht, sind auch spaßige Shoppingtouren nur kurzfristige Stimmungsaufheller.


Wo beginnt also Selbstfürsorge?


Selbstfürsorge beginnt also bei so grundsätzlichen Dingen wie Körperpflege, richtiger Ernährung und ausreichend Schlaf. Und wer ein Baby oder Kleinkind zu Hause hat weiß, dass kein Nagellack der Welt oder eine Tasse Kaffee in Ruhe ein halbes Jahr Schlaflosigkeit ausbügeln kann. Und auch Aufenthalte im Bad werden zum hektischen „mal schnell“, damit der Alltag halbwegs geregelt über die Bühne geht. Dann „nur mal eben“ ein Stück Schokolade und ein Brötchen vom Bäcker mit zur Arbeit, denn für mehr war heute Morgen keine Zeit.

Du merkst, mit Selbstfürsorge ist es ein wenig wie mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Sie klingen im ersten Moment toll, aber wenn es an die praktische Umsetzung geht, wird es schwierig.

 

Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass Du als Mama ebenso gut für Dich sorgst, wie für Deine Kinder.


Wie kann Selbstfürsorge gelingen?


Wenn ich die Patentlösung hierfür hätte, wäre ich sicherlich Millionärin – ebenso wie die hunderttausend anderen Menschen, die ihre Konzepte und Programme hierzu teuer verkaufen.

 

Ganz ehrlich – obwohl ich beruflich meine Zeit damit verbringe, anderen zu erklären, wie sie besser auf sich achten, sieht es auch bei mir in den letzten Wochen mit kranken Kindern, Arbeit, Haus und Bergen an Bügelwäsche eher suboptimal mit der Selbstfürsorge aus. Ich weiß aber auch, dass das nur eine kurze Phase ist und ich danach wieder mehr Zeit für "meine" Dinge haben werde.


Meine Lösung für mehr Selbstfürsorge:

Lösung für mehr Selbstfürsorge: Organisation, Prioritäten setzen, Delegieren, Kein Perfektionismus

Organisation


Plane Deine Tage so gut es geht im Voraus. Nimm Dir nicht zu viel für einen Tag vor, sonst ist die Enttäuschung am Abend zu groß, wenn Du die Hälfte nicht geschafft hast. Plane genug Zeitpuffer bei jeder Aktivität ein (Du weißt wahrscheinlich aus eigener Erfahrung, was passiert, wenn man mit Kindern „schnell“ noch etwas erledigen möchte…).

 

Plane Zeit für Dich ohne schlechtes Gewissen in den Kalender ein.

 

Ich nutze gerne die Besuche der Omas, um mal für eine Stunde in die Badewanne auszubügsen oder mich an die Nähmaschine zu setzen oder sonst etwas nur für mich zu tun. Und so haben wir alle etwas davon. Die Omas spielen mit den Kindern, gehen spazieren oder machen zusammen das Mittagessen und ich kann ohne mich wie eine Rabenmutter zu fühlen, irgendetwas machen, dass mir gerade wichtig ist. Hauptsache, es ist nicht nur Hausarbeit.


Setze Prioritäten


Mehr Selbstfürsorge für Mütter: Organisation, Prioritäten setzen, Delegieren, kein Perfektionismus

 Schreibe Dir eine To-Do-Liste für die nächste Woche und bewerte die einzelnen Punkte nach Dringlichkeit. Müssen die Fenster wirklich schon wieder geputzt werden oder geht es noch eine Woche so? Musst Du die Plätzchen für die Adventsfeier wirklich selber backen oder tun es in diesem Jahr auch mal die gekauften?

 

Lerne, auch mal Nein zu sagen, wenn es Dir zu viel wird! Die Welt wird sich garantiert trotzdem weiterdrehen ;-)

 

Indem Du Aufgaben organisierst und bewertest, wirst Du schnell überflüssige Dinge identifizieren, die Du streichen kannst, um so mehr Zeit für Dich selbst und Deine Bedürfnisse zu schaffen.

 

Kommen wir zum nächsten Punkt:


Delegieren


Das ist zugegebenermaßen auch für mich der schwierigste Punkt.

 

Delegieren bedeutet ja im Endeffekt nichts anderes als Hilfe annehmen, weil man die Menge der anfallenden Arbeiten nicht alleine schafft. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Die meisten Mütter interpretieren dies aber als ein Eingeständnis, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

 

Was natürlich totaler Blödsinn ist. Da werden nett gemeinte Hilfsangebote abgelehnt: „Ach was, so schlimm ist es auch nicht. Ich komm schon klar.“ – Aber wäre es wirklich ein Weltuntergang mal Deine Mutter oder Schwiegermutter die Bügelwäsche oder den Einkauf übernehmen zu lassen? Sie wollen Dir damit bestimmt nicht unterstellen, Du kämest nicht zurecht, sondern wollen Dir schlicht und einfach helfen, weil sie Dich gerne haben und selber wissen, wie anstrengend der Alltag als (berufstätige) Mutter ist. Wenn sie Dich nicht unterstützen wollten, würden sie Dir ihre Hilfe bestimmt nicht anbieten.

 

Und wenn niemand Dir Hilfe anbietet? – Ja, schwierig, aber: Bitte um Unterstützung. Im schlimmsten Falle erhältst Du die Antwort, dass der Gefragte auch keine Zeit hat.

 

Mit fällt es häufig ebenfalls schwer, um Hilfe zu bitten. Aber wenn zwei Kinder krank sind, nicht durchschlafen und man selbst auf dem Zahnfleisch geht, dann muss einem die (falsche) Selbstachtung egal sein. Dann wird morgens die Oma oder wer auch immer lieb angefragt und bislang haben wir immer ganz tolle Unterstützung bekommen.

 

Und solange so viele Aufgaben anstehen, dass nicht mal Mary Poppins oder Superwoman diese erledigen könnten, gilt Punkt 4:


Kein Perfektionismus


Das ist für viele Frauen eine ganz neue Erfahrung. Im Berufsleben und auch sonst überall sind die meisten darauf bedacht alles möglichst perfekt, schön und mit einem hübschen Lächeln zu erledigen. Mit Kind steht man dann aber plötzlich da und weiß nicht, wie die Model-Mamas bei Pinterest ihre dekorierten Vorzeige-Babyzimmer so toll in Ordnung halten, dabei perfekt gestylt und ausgeschlafen lächeln, während man selbst mit Milchflecken auf dem T-Shirt und Staubmäusen in den Zimmerecken mal versucht in Ruhe zu essen.

 

Ja, das sind Bilder. Zu 99,99 Prozent gestellt und nur dazu geeignet, einem einen Minderwertigkeitskomplex zu verpassen. Sprich mal ehrlich in der Krabbelgruppe, im Kindergarten oder in der Schule mit anderen Eltern. Sobald sie merken, dass es bei Euch zu Hause nicht immer rundläuft, werden auch sie zugeben, dass sie ihre Baustellen haben.

 

Mein Tipp: Gehe offensiv und mit einem Lachen an nicht fertig gewordene Dinge heran. Als meine Tochter gerade angefangen hat, selbst zu Essen, wurde jeder Besuch am Nachmittag ungefähr so begrüßt: „Schön, dass Ihr da seid. Wer noch Brei/Nudeln auf dem Boden, Tisch oder Stühlen findet, darf sich einen Löffel aus der Küche holen und weiteressen!“

 

Und es hat nie, nie, nie irgendjemand gesagt: „Uaaah, was eine Schweinerei, warum kommst Du nicht klar?“ – Im Gegenteil: Alle waren erleichtert: „Gott sei Dank, geht es nicht nur uns so!

 

Du siehst – geteiltes Leid ist halbes Leid. Und somit scheitert Selbstfürsorge oft an zu hohen Ansprüchen an Dich selbst und unserer Angst vor anderen immer perfekt dastehen zu müssen.


Ein tolles "Helferchen" für mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit ist das

6-Minuten-Tagebuch*,

mit dem Du jeden Tag in ein paar Minuten Zeit zum reflektieren findest:


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Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Gedanken ein wenig dabei helfen, ein wenig mehr Platz für Selbstfürsorge in Deinem Alltag zu schaffen.

Ich drücke Dir die Daumen dafür!

 

Wie schaffst Du Dir Freiräume und kleine Fluchten aus dem Alltag?

Wie sieht gelungene Selbstfürsorge für Dich aus und an welchen Dingen "scheitert" die Umsetzung bei Dir manchmal?

 

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Carina Morgenroth, Wirtschaftspsychologin (B.SC.), Coach, Mama von zwei tollen Kindern,

verrückt nach Agatha Christie-Krimis und das Gesicht von Mama-Glück.

Mein Ziel ist es,

Dich dabei zu unterstützen, glücklich und entspannt Mutter sein zu können

und Deine privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.


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